Das Konzept der Gesunden Schule zielt darauf ab, die Gesundheitspotentiale von allen in Schule lernenden und arbeitenden Menschen zu stärken und zu entwickeln. Gesundheit ist im Selbstverständnis der Gesunden Schule nicht die Abwesenheit von Krankheit, sondern ein wesentlicher Bestandteil des alltäglichen Lebens und bedeutet ein umfassendes körperliches, seelisches und soziales Wohlbefinden (vgl. Ottawa-Charta der Weltgesundheitsorganisation, 1986; im Internet z. B. unter http://www.dngfk.de/html/gdoks/ottawa-charta.htm;). Das Konzept der Gesunden Schule enthält neben einer Reihe von übergreifenden Modulen wie „Selbstständig werden“, „Selbstbewusstsein schaffen“ usw. auch spezielle wie „Prävention gegen Sucht“ (Tabak, Alkohol, Drogen usw.), „Bewegte Schule“, „gesunde Ernährung“ usw.
Die Gesunde Schule nimmt generell die folgenden Bereiche in den Blick:
Schulische Gesundheitsförderung ist in personaler und sozialer Hinsicht bedeutsam. Lehren und Lernen sollen Bewegungs- und Ruhebedürfnissen, sinnlicher Wahrnehmung sowie individuellen Entwicklungsmöglichkeiten entsprechen. Eine Gesunde Schule verfügt auch über ein gutes Arbeitsklima und eine gute Unterrichtsatmosphäre.
Auch die räumliche Gestaltung des Lebensraums Schule ist ein wesentliches Strukturelement der Gesunden Schule. Die räumliche Gestaltung der Schule und des Umfelds soll gesundheitsförderlichen Bedingungen entsprechen. Zu einem gesundheitsförderlichen Arbeitsplatz trägt nicht nur der räumliche und architektonische Rahmen bei, sondern auch die Infrastruktur wie Beleuchtung, Belüftung, Klimatisierung, Heizung, Reinigung der Schulräume, Müllentsorgung, Instandhaltung der Räume usw.
Eine gesunde Ernährung ist insbesondere für Schülerinnen und Schüler von herausgehobener Bedeutung für die geistige und körperliche Entwicklung sowie für den individuellen Lernerfolg. Daneben ist in Bezug auf die persönliche Entwicklung entscheidend, dass Kinder und Jugendliche die erforderliche Stärke besitzen, dem von den Suchtmitteln Tabak, Alkohol und auch Drogen ausgehenden Reizen zu widerstehen.
Gesundheitsförderung in der Schule umfasst zentral auch den Unterricht und seine curricularen Grundlagen. Der Bildungsauftrag der Schule (vgl. Niedersächsisches Schulgesetz § 2) sieht u. a. vor, dass Schülerinnen und Schüler fähig werden sollen, gesundheitsbewusst zu leben.
Anders als in zurückliegenden Jahrzehnten wird dies heute nicht mehr überwiegend oder ausschließlich durch belehrende Elemente im Rahmen von Fachunterricht erreicht, sondern die Schule als Ganzes, als Lern- und Lebensraum für Schülerinnen, Schüler, Lehrkräfte, Eltern und weitere Akteure, wird nach gesundheitsförderlichen Prinzipien gestaltet. Dabei stellen die drei aufgeführten Bereiche als zentrale, miteinander verbundene Organisationsebenen ein sinnvolles Gliederungs- und Gestaltungsschema dar. Gesundheitsförderung in der Schule ist nur dann erfolgreich und nachhaltig, wenn in allen genannten Bereichen kontinuierliche Entwicklungen zur Gesunden Schule eingeleitet und umgesetzt werden.
Entscheidend für den Erfolg schulischer Gesundheitsförderung ist die Mitwirkung der Eltern in und vor allem außerhalb des schulischen Kontexts. Die Erfahrungen zeigen, dass schulische Bemühungen oftmals scheitern, weil Kinder und Jugendliche während des vielfach höheren Anteils freier Zeit, die sie in Familie und mit Gleichaltrigen verbringen, Gewohnheiten und Erwartungen verfestigen, die den schulischen Bemühungen entgegenstehen oder sie zumindest nicht unterstützen.
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